„Leser des Wortes“ / “Reader of the Word”

  • Autor Prof. Dr. Hamid Kasiri
  • Herausgeber iLogos®
  • Sprache Deutsch
Beschreibungen
Hamid Kasiri: „Leser des Wortes“ ILogos, Wien u. Qum, 2026 ISBN 978-3-99149-175-0. Seitenanzahl 569 / 1. Auflage / ISBN 978-3-99149-175-0/ E-ISBN 978-3-99149-176-7 (E-Book) / Erscheinungstermin 14.02.2025 / Höhe: 21 / Breite: 14.5 / Tiefe: 4.3 cm / Gewicht: 700 gr. / Dateigröße 749 kByte / €70.
Kaufen

Der Mensch des Islam ist nicht nur ein wandelndes, sprechendes und vernünftiges Tier "الحیوان الناطق", sondern er ist ein „lebendiger Leser“ "الحی القاري", der geschaffen wurde, um sich selbst zu ermöglichen, seine verlorene himmlische Position durch das Lesen des Wortes wiederzuerlangen. Diese frohe Botschaft wird ihm ständig durch das koranische Lies-Gebot vermittelt.

Wort Gottes bekommt eine so zentrale Bedeutung in der islamischen Offenbarungstheologie, dass nicht nur der Mensch zum „Leser des Wortes“ wird, sondern auch die Engel, der Prophet - und selbst Gott. Der Mensch des Islam ist nicht mehr nur der Hörer des Wortes, sondern er ist der „Leser des Wortes“.

„Leser des Wortes“ ist eine Studie, die versucht, einen gewaltfreien Umgang mit dem Koran als dem „Wort Gottes“ anzubieten und angemessene Zugänge dazu aufzuzeigen. Es geht um die wichtigen Themen wie Paradigmenwechsel: Vom „Hören“ zum „Lesen“, „das Schma-Gebot des Hl. Koran, nämlich "Lies!" und "der Mensch als Leser des Wortes".

Diese neue anthropologische Hermeneutik oder hermeneutische Anthropologie beinhaltet auch eine Praxis des Lebens und bietet der Koran- und Schia-Studien folgende Themen an:

1. „Leser des Wortes“.

2. Hermeneutik des Wortes.

3. Am Horizont des Wortes.

4. Die Applikation des Wortes.

Diese ist eine Hinführung zu meinem Koran-Kommentar: „Tafsir-ul-Amin“. Diese spricht für einen Paradigmenwechsel, der - im Dialog mit dem Text -:

1. Jedem Menschen ermöglicht, den Koran als „Wort Gottes“ zu lesen.

2. Menschen hilft, „Leser des Wortes“ zu werden!

Das ist ein Verstehenlernen, das auch zur Selbstkenntnis führt, denn im Lichte des Koran entdeckt man sich wieder und nimmt sich als „Leser des Wortes“ wahr.

Wir tun dies in der Überzeugung, um in den Menschen ein starkes gewaltfrei-hermeneutisches Interesse zu wecken und sie auf ihre eigene Identität als „Leser des Wortes“ aufmerksam zu machen.

 

„Leser des Wortes“ bringt die Menschen an die Schwelle zu einem neuen Zeitalter für koranische Studien. Dadurch entdecken die Menschen den Hl. Koran wieder, und er und das Verständnis seiner Botschaft wird dem Leser (bzw. der Leserin) frischer, lebendiger und dynamischer begegnen. Ein wichtiger Grund für dieses Phänomen ist der koranische Appell, dass man den Text liest und seine Botschaft ohne Vorurteile und Missverständnisse versteht. In diesem Sinne sagt der erhabene Schöpfer: „Lies!“ (Hl. Koran 96:1) Und so wird der Mensch zum „Leser des Wortes“ Gottes.

Das ist ein Verstehenlernen, das auch zur Selbstkenntnis führt, denn im Lichte des Koran entdeckt man sich wieder und nimmt sich als „Leser des Wortes“ wahr.

Wir tun dies in der Überzeugung, um in den Menschen ein starkes gewaltfrei-hermeneutisches Interesse zu wecken und sie auf ihre eigene Identität als „Leser des Wortes“ aufmerksam zu machen.

Deshalb benötigen wir eine „Hermeneutik des Wortes/Lesens“. Eine Hermeneutik, die für uns mehr ist als ein Werden, als ein bloßes Verstehen. Sie ist die besondere Art und Weise, in der ein religiös tradierter Text (eine Offenbarung oder Tradition) zum Grund für die Weiterentwicklung des Menschen wird. Obwohl der Text Sprachlichkeit aufweist, so erhält er durch das hermeneutische Geschehen, d. h. durch das Wahrnehmen, eine Daseinsdimension und setzt einen Entwicklungsprozess in Gang, sodass der Text (in unserem Sinne der Hl. Koran) nicht nur Buchstabe bleibt, sondern Geist und Leben wird. So wird der Hl. Koran und seine Inhalte dem Leser gegenwärtig und so bleibt die Geschichte nicht mehr etwas Vergangenes, sondern sie werden zum Hier und Jetzt.

Das schiitische Denken fasst Form und Inhalt des Koran wie folgt zusammen: Der Koran ist die Hl. Schrift des Schia-Islam. In ihm sind die monotheistischen Inhalte, religiöse Gesetze und deren Gebote enthalten. Seine Verse wurden dem Propheten Muhammad (s) vom Engel Gabriel eingegeben und sind in ihrer ursprünglichen Form, im reinsten Arabisch, unverfälscht erhalten. Diese Offenbarung geschah entweder einzeln, Vers für Vers, oder als Ganzes im Laufe der letzten 23 Jahre (dreizehn Jahre in Mekka und zehn Jahre in Medina) geoffenbart.

Da der Hl. Koran eine Erscheinung des erhabenen Schöpfers ist, bleibt er für das Leben und Handeln von ewiger Gültigkeit. Denn es heißt im Koran: „Falschheit kann nicht daran herankommen, weder von vorn noch von hinten. Es ist eine Offenbarung eines Allweisen, Preiswürdigen.“  (Hl. Koran 41:42) Der Grund dafür ist eine göttliche Garantie: „Wahrlich, Wir, Wir selbst haben diese Ermahnung (den Koran) hinabgesandt, und sicherlich werden Wir (Selbst) ihr Hüter sein.“ (Hl. Koran 15:9)

Je mehr die „Leser des Wortes“ über die Verse des Koran nachdenken, desto größer ist der Nutzen aus ihm, desto größer ist auch die Ehrfurcht und der Glaube des Menschen. Daher war der Prophet unter den Menschen derjenige, der vor dem erhabenen Schöpfer am demütigsten war und ihm gegenüber der tiefsten Ehrfurcht gezeigt hatte, weil er unter ihnen der Leser war, der über die Worte Gottes, des Erhabenen, am gründlichsten nachdachte und sie als ein göttliches Wunder wahrnahm.

Aber es ist nicht jedem möglich, seinen Weg in den Meeren der Lebenskonflikte zu finden und „Leser des Wortes“ zu werden. Man sollte es gelernt haben, und dazu braucht man eine Schulung: Eine Methodenlehre bzw. eine Methodologie. Hier wird eine Methodologie des Lesens vorgeschlagen, die für den Dialog mit dem Wort Gottes unabdingbar ist: Diese Methodologie sucht indessen die Wahrnehmung des Lesepartners, und dabei ist die Gegenseitigkeit des Aufeinanderhörens entscheidend.

Das soll ernst genommen werden, da es im Rahmen des Entwicklungsdenkens möglich ist. Diese Methodologie besteht zunächst darin, zu hören, lange Zeit hindurch zu lesen, wie sich die Offenbarung als Antwort auf bestimmte Fragen und als Reaktion auf bestimmte Argumente artikuliert. Auch das Lesen will gelernt sein; es erfordert Offenheit, Konzentration, Disziplin und eine methodisch geleitete Technik. Dadurch wird sich das Verstehen, das viel später kommt, als eine Kunst der Wahrnehmung herausstellen.

Je tiefer er sich in den Koran hineinbegibt, umso nachhaltiger lernt er die eigene Welt kennen. Wer die Welt - wie auch die eigene - besser kennt: liest, versteht und erzählt besser. So werden die koranischen Texte vom Leser oder Hörer aus seinem eigenen Herzen und Erlebnishorizont heraus vernommen und ausgelegt. Er kann „das Gleiche“ erleben wie der Empfänger des Wortes. Wenn sich diese „Gleichheit“ fundiert feststellen lässt, wird das Lesen mit ganzem Wesen und als Nachdenken und Wahrnehmen auf der individuellen, gesellschaftlichen und globalen Ebene stattfinden.

Wenn so, dann befindet sich der Mensch als „Leser des Wortes“, „am Sinnhorizont des Wortes“ und sein Horizont bezüglich des islamischen Offenbarungsverständnisses wird erweitert und ihm wird gewaltfreie Zugänge zum Wort Gottes ermöglicht. Das ist ein Verstehenlernen, die weiteren Themen umfasst. Diese koranische Hermeneutik bringt auch eine Lebenspraxis mit sich mit, um:

  • in Menschen höchstes gewaltfrei-hermeneutisches Interesse zu erwecken.
  • sie auf ihre eigene Identität als „Leser des Wortes“ aufmerksam zu machen.
  • sie dem weiten koranischen Offenbarungshorizont zu zeigen.

Deshalb beabsichtigt diese Studie, einige brennende Fragen zu behandeln. Sie will die Frage beantworten, was das islamische Offenbarungsverständnis ist. Es enthält deshalb grundlegende Lehre über den Heiligen Koran. Außerdem werden Themen wie:

- „Offenbarung“,

- „Inspiration“,

- „Prophetentum“ und

- „Führerschaft“ (Imama und Wilaya),

die im Hinblick auf ein besseres Verständnis der koranischen Offenbarung stehen und deren authentische Auslegung ermöglichen, vermitteln werden.

Dadurch werden die „Leser des Wortes“ wahrnehmen, dass der Koran zu den wichtigsten Büchern der Menschheitsgeschichte zählt, weshalb sich die Menschen intensiv mit ihm beschäftigten und beschäftigen. Die Intensität, mit der heute der Koran in so vielen religiösen und wissenschaftlichen Kreisen studiert wird, ist für islamische Gemeinden im Allgemeinen - und für mich als muslimischen Theologen im Besonderen - Anlass zur Freude. Gleichzeitig aber ist es eine Herausforderung, die eigenen Beurteilungen des Koran und die Stellung zu ihm neu zu klären. Wir können sogar zu unserer Freude hinzufügen, dass auch im Westen viele Gläubige - deutlicher als jemals zuvor - das Bekenntnis zum Hl. Koran als einzigartiger Glaubensquelle und Richtlinie für den Glauben wieder entdeckt und gleichsam reaktiviert haben.

Natürlich sind in der Auseinandersetzung mit dem Schia-Islam viele Fragen - auch bezüglich der Offenbarung – entstanden. Wir begrüßen jede wissenschaftliche Frage, die an uns als Schiiten und an unserem Glaubenssystem, als Schia-Islam gestellt wird. Einige wichtigen von denen werden wir hier behandeln:

  1. Was ist das schiitische Offenbarungsverständnis?
  2. Konkret gefragt: Ist der Schia-Islam der Auffassung, dass der jetzige Koran nicht voll-ständig mit dem Koran übereinstimmt, der dem Propheten (s) herabgesandt wurde?

Schiitisches Offenbarungsverständnis ist an der Originalität der jetzigen Offenbarung basiert, die Offenbarung, die wir nun im Hl. Koran haben.

Die koranische Offenbarung ist nicht nur Inhalt, sondern zugleich Grund aller Glaubenslehre und Glaubenspraxis. Darum wird der Hl. Koran sowohl als eine Offenbarungsschrift als auch als Fundament der islamischen Identität mit Ehrfurcht angehört und gelesen. So bemühen sich die Muslime jeden Tag aufs Neue, den Koran als Wort Gottes bzw. Gottes Offenbarung zu lesen, weil ist, in dem Gott mit den Menschen spricht, wo immer sie auch sein mögen.

 

Im Rahmen dieser Studie können folgende wichtige Themen behandelt oder zur Diskussion gestellt werden:

1.  Offenbarung.

2.  Wort Gottes.

3.  Das Verhältnis von Offenbarung und Wort Gottes, (Koran und Offenbarung / Koran und Wort Gottes).

4.  Die Frage nach der Vollkommenheit der Offenbarung.

5.  Wort und Heiliger Geist.

6.  Offenbarungsgeschichte und der Werdeprozess des Koran.

7.  Die Autorität der koranischen Offenbarung.

8.  Die Offenbarungsautorität der Propheten.

9.  Die Interpretationsautorität der unfehlbaren Imame.

10. Tradition und Offenbarung; (dazu gehört etwa die Frage nach der hermeneutischen Bedeutung der Tradition).

11. Die Herausforderung (اَلتّحدّی) und die Wunderqualität (اَلإعجَاز) des Koran.

Neben der Beantwortung dieser Fragen, will diese Studie - als Hinführung zum Thema - auch auf die folgenden Fragen geeignete Antworten geben:

- Was der Koran ist?

- Nur eine Abschreibung früherer Offenbarungsbücher oder ein selbständiges Offenbarungsbuch?

- Ist er ein Offenbarungsbuch oder das Buch der Offenbarung?

- Eine Sammlung alter Vorschriften und Verboten oder eine Vervollständigung der Offenbarungsbücher?

- Ist er ein Buch oder mehrere Bücher?

- Ist er ein Buch oder mehr als ein Buch?

- Ist er ein Lehrbuch? Wenn ja, wer ist dann der Lehrer? Wer die Schüler?

- Genießt er eine begrenzte Gültigkeit, oder ist er für Ewig gültig?

Dies gilt es zu klären, um einerseits verstehen zu können, warum der Koran im Laufe der Geschichte so unterschiedlich ausgelegt wurde, und um andererseits beurteilen zu können, welche Art der Auslegung adäquat ist, d. h. der Eigenart des Gegenstandes entspricht.

Neuere Bücher

Imama & Wilaya

  • Autor Prof. Dr. Hamid Kasiri
  • Herausgeber ILogos, Wien & Qum.
  • Sprache Deutsch